
Es ist nicht in Worte zu fassen
- becksvenja
- 15. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Wir stecken unser Herz in diese Arbeit.
Unsere Zeit. Unsere Kraft. Unsere Gesundheit.
Und was bekommen wir? Absagen. Immer wieder Absagen.😡😡😡😡😡😡😡
Ich sitze heute seit fast acht Stunden alleine an einem Förderantrag. Acht Stunden.
Und meine Halbtagsstelle umfasst gerade einmal vier Stunden am Tag.
Seit Monaten. Seit Jahren arbeite ich zehn bis zwölf Stunden täglich für diesen Verein. Nicht, weil ich muss. Sondern weil ich daran glaube. Weil ich überzeugt bin, dass das, was wir tun, gebraucht wird. Weil ich weiß, dass es Menschen hilft.
Und wisst ihr, was das Verrückteste ist?
JEDER findet unsere Arbeit großartig.
Wir bekommen immer und immer wieder dieselben Rückmeldungen.
„So wichtig, was ihr macht.“
„Das braucht es unbedingt.“
„Danke für euren Einsatz.“
Menschen, die unsere Vorträge erleben.
Menschen, die in unseren Seminaren sitzen.
Menschen, die unsere Schulungen besuchen.
Schülerinnen und Schüler, die unsere Workshops in den Schulen erleben.
Alle schreiben das Gleiche:
Diese Arbeit ist wichtig.
Diese Arbeit bewegt etwas.
Diese Arbeit verändert Perspektiven.
Und trotzdem scheitern wir immer wieder an Förderstrukturen.
„Nicht förderfähig.“
„Zu wenig Eigenkapital.“
„Passt nicht in die Richtlinie.“
„Leider können wir Ihr Projekt nicht berücksichtigen.“
Wie viel Eigenkapital soll ein ganz kleiner Verein denn bitte noch aufbringen?
Wie sollen wir Rücklagen bilden, wenn wir um jeden Euro kämpfen?
Wie sollen wir wachsen, wenn uns jede Tür vor der Nase zugeschlagen wird?
Dieses Land – und ich sage das mit schwerem Herzen – verliert bei mir langsam den Respekt.
Ein Land, das sich Mitmenschlichkeit, Gerechtigkeit und soziale Verantwortung auf die Fahnen schreibt, ist nicht in der Lage, kleine, engagierte Initiativen vernünftig zu unterstützen.
Weil niemand durch diesen Förderdschungel durchblickt.
Weil alles in Richtlinien, Paragrafen und absurden Anforderungen erstickt.
Weil man das Gefühl bekommt: Wer nicht ohnehin schon Geld hat, bekommt auch keins.
Es gibt Menschen und Organisationen, denen wird Geld hinterhergeworfen. Millionen fließen in Projekte, bei denen man sich fragt, wo der echte Mehrwert ist. Und wir? Wir kämpfen um jeden einzelnen Euro, obwohl wir jeden Tag reale Arbeit leisten. Mit Menschen. Für Menschen. Gegen Gewalt. Für mehr Bewusstsein. Für mehr Sicherheit. Für mehr Menschlichkeit.
Wo ist da die Gerechtigkeit?
Ich liebe diese Arbeit.
Ich liebe es, etwas Sinnvolles zu tun.
Aber ich bin müde.
Und ich bin wütend. So unfassbar wütend.
Wütend darüber, dass Engagement so schwer gemacht wird.
Wütend darüber, dass man sich ständig rechtfertigen muss.
Wütend darüber, dass so viele sagen: „Was ihr macht, ist unglaublich wichtig“ – und das System gleichzeitig sagt: „Leider nein.“
Wir werden nicht aufhören.
Aber wir werden auch nicht mehr so tun, als wäre das alles normal.
Gerechtigkeit darf kein Bürokratie-Labyrinth sein.
Engagement darf nicht bestraft werden.
Und echte soziale Arbeit darf nicht daran scheitern, dass man als kleiner Verein nicht reich genug ist.
Das ist nicht nur frustrierend.
Es ist ein absoluter Wahnsinn.
Darf gerne geteilt werden‼️‼️‼️‼️‼️‼️



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